Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde,
trotz einiger Reparaturen und Wartungen an unserer Druckmaschine sorgt ein neues technisches Problem erneut für Verpätungen beim Druck unserer Zeitung "Trotz Alledem". Um eine generelle Überholung werden wir nun also nicht mehr herumkommen. Wir bitten daher zum einen um euer Verständnis für die Verzögerungen, zum anderen aber auch um eure praktische Unterstützung. Die Überholung der teuren Drucktechnik kostet voraussichtlich viel Geld, sie ist aber nötig, um künftig unsere Druckaufträge sicher und pünktlich abarbeiten zu können. Für eine Spende auf unser Verlagskonto wären wir euch sehr dankbar!
Ernst-Thälmann-Verlag
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| Zwei wichtige Termine |
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| Mai 2010 | |||
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… sind selbstverständlich in jedem Jahr der Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse und der Tag der Befreiung vom Faschismus. Beide sind Ausdruck des Klassenbewußtseins und der Klassenkämpfe auf beiden Seiten. Da sie erstaunlicherweise jedes Jahr wieder mit genau einer Woche Abstand begangen werden, fielen sie diesmal beide auf einen Sonnabend. Gemäß dem alten Sprichwort, daß der liebe Gott einen guten Kommunisten nie im Stich läßt, war auch das Wetter das beste in einer sonst eher lausigen Periode. Ich will hier nicht über den Kalender, Gott und das Wetter quatschen, sondern ausdrücken, daß beste Voraussetzungen für eine rege Teilnahme bestanden.
Zum 1. Mai: Leider findet in Dresden schon seit Jahren keine Demonstration mehr statt, sondern nur noch eine Kundgebung vor einer DGB-Bühne. Wie in den vergangenen Jahren hatte unser Kommunistisches Aktionsbündnis Dresden wieder einen Gemeinschaftsstand organisiert, der sich diesmal direkt neben der Bühne befand. Diesem Bündnis gehören DKP, KPD, KPF, KPD(B), FDJ, RotFuchs, VVN-BdA und RFB an. An unserem Stand wehten eine Flagge der DDR, daneben eine FDJ-Fahne (diesmal unterließ die Polizei sogar deren sonst schon fast obligatorische Beschlagnahmung) und war das Transparent „Für Faschisten und Kriegstreiber – STALINGRAD!“ der Kommunistischen Initiative befestigt. Letzteres wurde allerdings auf Wunsch einer Genossin, die dadurch ihre freie Sicht behindert fühlte, später an einen unscheinbaren Platz unten an einem Tisch verbannt, als ich mal nicht am Stand war. Lediglich eine Polizistin störte sich an der Losung, ob die nicht menschenverachtend wäre. Worauf ihr ein Genosse erst einmal erklären mußte, was Stalingrad bedeutet. Leider war die Teilnahme an der Kundgebung gemäß unserer übereinstimmenden Einschätzung schlechter, als in den vergangenen Jahren. Der Auftritt einer Schalmeienkapelle zum Auftakt war auch enttäuschend, da die anscheinend keine Kampflieder mehr beherrscht und ein buntes Potpourri beliebter Melodien darbot. Ähnlich waren auch die Reden auf der Bühne. Vermutlich war das Motto „Kapitalismus, ja gern, aber bitte bitte nicht so rücksichtslos“ ausgegeben worden. Insgesamt also, besonders angesichts der sich verschärfenden Krise, ein enttäuschender Verlauf. Am 8.Mai fand am Ehrenmal der Sowjetsoldaten eine offizielle Ehrung statt, an der etwa 200 Personen teilnahmen. Genauer gesagt gab es noch eine andere Veranstaltung der Stadtoffiziellen, an welcher wir, da sie gleichzeitig stattfand, natürlich nicht teilnehmen konnten. Auch diesmal führten wir das oben genannte Transparent der KI mit und ich kann mit Fug und Recht behaupten, daß es eines der beliebtesten Fotomotive war und zu einigen Gesprächen führte. Einem Genossen fiel ein interessantes Detail des Denkmals auf. Das Denkmal stand ursprünglich am Platz der Einheit und wurde nach der Annexion der DDR 1992 auf das Gelände vor dem ehemaligen Armeemuseum, jetzt dem reaktionären „Militärhistorischen Museum der Bundeswehr“, verbannt. Der Rotarmist auf dem Denkmal holt gerade zu einem Handgranatenwurf aus – nun ratet mal, in welche Richtung! Ein Vertreter der Russischen Botschaft hielt eine Rede, welche selbstverständlich nur so ausfallen konnte, wie von einem Vertreter des heutigen imperialistischen Rußland zu erwarten ist. Schade um das Geld, welches für die Übertragungstechnik ausgegeben wurde. Im Anschluß setzten einige Genossen der KI und KPD(B) den Tag noch mit Straßenagitation auf der zentralen Prager Straße in Dresden fort. Der große Renner waren dabei die neuen Aufkleber der KI, deren Anfertigung sich als äußerst sinnvolle Maßnahme erwies. Zusammenfassend zeigten beide Tage, daß selbst angesichts der zunehmenden Reaktion, der Krise und neuen Aggressionskriegen von einer Besinnung auf revolutionäre Traditionen oder gar einen revolutionären Aufschwung noch keine Rede sein kann. Torsten Reichelt
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