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Genosse Walter Ulbricht hat einen Ehrenplatz in der nationalen und internationalen kommunistischen Bewegung verdient PDF Drucken
Mai 2010
Ein Vorwort

UlbrichtWie vor einiger Zeit angekündigt, wird sich die „Trotz Alledem“ in einer Artikelserie insbesondere mit dem Werk und Wirken des Genossen Walter Ulbricht befassen. Seine historischen Leistungen als Staats- und Parteiführer beim Aufbau und der Verteidigung der DDR, seine wissenschaftlichen Beiträge zum Marxismus-Leninismus, sein Mut, neue Wege beim Aufbau einer starken sozialistischen Ökonomie zu gehen, seine klare Sicht auf die veränderte Strategie des Imperialismus, mit dem „Wandel durch Annäherung“ den Sozialismus zu Fall zu bringen, werden dabei ebenso im Mittelpunkt stehen, wie die Ursachen und Verantwortlichkeiten, die zum hinterhältigen Sturz des Genossen Ulbricht führten und damit den Weg frei machte für das weitere Vordringen des Revisionismus in der SED.
Die Politik der SED unter Walter Ulbricht, die Erfolge beim Aufbau der DDR wie der Niedergang des Sozialismus in der DDR und dessen letztlich konterrevolutionäre Zerstörung sind untrennbar verbunden mit der Geschichte und den Einwicklungen in der Sowjetunion.
Tragische Ironie der Geschichte: Erich Honecker, der maßgeblich an den Intrigen gegen Walter Ulbricht und an dessen Sturz beteiligt war und dabei gemeinsam mit der KPdSU unter Führung Leonid Breschnews handelte, wurde schließlich selbst zum Opfer der revisionistischen Kräfte in der Führung der KPdSU, die Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre zur offenen Konterrevolution übergingen und mit ihren revisionistisch-reformistischen Partnern in den anderen ehemals kommunistischen Parteien den europäischen Sozialismus zertrümmerten.
Walter Ulbricht, der sein ganzes Leben in den Dienst der kommunistischen Sache gestellt hatte und unter dessen Führung die DDR zum leistungsstärksten und am höchsten entwickelten sozialistischen Land wurde, ist nicht nur zu unrecht und auf eine schäbige Weise aus seinen Funktionen als Staats- und Parteiführer gestoßen wurden, er wurde ebenso zu unrecht aus den Geschichtsbüchern der DDR verbannt, sein Name zu unrecht aus dem öffentlichen Bild der DDR entfernt. Ein gerechtes historisches Bild von Walter Ulbricht zu zeichnen und seine verdiente Ehre als Kommunisten wieder herzustellen, ist eine Aufgabe, die die kommenden Beiträge in der „Trotz Alledem“ haben werden. Wichtig ist uns aber auch vor allem, die historischen Zusammenhänge darzustellen, die hinter den Personen stehen.
Walter Ulbricht hatte schon früh als klassenbewußter Arbeiter zur organisierten Arbeiterbewegung gefunden, war Mitbegründer der KPD, kämpfte im antifaschistischen Widerstand an der Seite der Roten Armee und war nach 1945 maßgeblich am Wiederaufbau der KPD, an der Gründung der SED, der Errichtung einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung in Ostdeutschland und nicht zuletzt an der Gründung der DDR und ihrem Aufbau beteiligt. Obwohl die junge DDR vor einem schier unüberwindlichen Berg von Problemen stand, das Land vom Krieg zerstört war, der Imperialismus die lange Zeit offene Grenze schamlos ausnutzte, um der DDR zu schaden wo es nur ging, konnte der erste deutsche Arbeiter- und Bauernstaat sich allen enormen Widrigkeiten zum Trotz erfolgreich entwickeln. Anders als 1989/90, als die SED-Führung vor der Konterrevolution zurückwich und faktisch widerstandslos kapitulierte, schlug die Partei unter Walter Ulbricht alle konterrevolutionären Anschläge zurück, baute eine neue, volkeigene, leistungsfähige Industrie auf, entwickelte eine starke, genossenschaftlich organisierte Landwirtschaft. Mit neuen Wegen in der staatlichen Planung und Leitung, der Förderung von Leistung und sozialistischem Wettbewerb, mit der Einbeziehung von wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen, der Entfaltung einer sozialistischen Kunst und Kultur gelang es der Partei unter Führung Walter Ulbrichts, die DDR zu dem sozialistischen Staat zu machen, der innerhalb des RGW das höchste Entwicklungsniveau sowohl in Industrie und Landwirtschaft und in den Lebensverhältnissen der Menschen erreichte.
Es ist kein Geheimnis, daß Walter Ulbricht mit seiner Politik und seinen theoretischen Beiträgen zum wissenschaftlichen Sozialismus in Widerspruch geriet zur zunehmend revisionistisch geprägten Politik der KPdSU.
Natürlich muß man auch darüber diskutieren, welche Mittel und Methoden des sozialistischen Aufbaus unter der Verantwortung Walter Ulbrichts sich als richtig oder falsch erwiesen. Doch die Grundfrage springt einem ja ins Auge: Wenn Ulbrichts Politik falsch, ja angeblich sogar „schädlich“ war, warum hat sich dann die DDR trotz schwierigster innerer und äußerer Bedingungen nicht nur behaupten, sondern sehr erfolgreich entwickeln können, und wenn die Wiederunterordnung der Politik der DDR unter die „sowjetische Linie“ unter der Verantwortung Erich Honeckers richtig war, warum blieb dann die DDR in der ökonomischen Entwicklung zunehmend zurück, warum wurde sie instabil und ein Opfer der Konterrevolution?
Es ist wohl war, daß es Ende der 60er Jahre zu ökonomischen Problemen und Versorgungsschwierigkeiten in der DDR kam. War das wirklich die Folge der angeblich falschen Politik des „Neuen Ökonomischen Systems“ von Walter Ulbricht, oder war es nicht eher die Folge gezielter Untergrabung und Sabotage an dieser Politik, um den Sturz Ulbrichts begründen zu können? Es ist ja bemerkenswert, daß die „Lieferschwierigkeiten“ der UdSSR mit für die DDR-Industrie dringend nötigen Gütern und Rohstoffen eben in jene Periode fallen, in der der Sturz von Walter Ulbricht vorbereitet wurde und daß die Schwierigkeiten mit dem Machtantritt Erich Honeckers offenbar auf einmal wieder abnahmen. (Allerdings mußte Erich Honecker dann Jahre später auch die Erfahrung machen, daß z.B. das Erdöl aus der UdSSR plötzlich wieder „knapp“ und teuer wurde, als er in Konflikt mit der „sowjetischen Linie“ geriet).

Diese und viele andere Fragen werden wir in der nachfolgenden Artikelserie beantworten. Es geht uns dabei um die historische Wahrheit, um die Schlußfolgerungen, die wir daraus zu ziehen haben und auch darum, unseren Genossen Walter Ulbricht und allen Genossinnen und Genossen, die mit ihm und im seinem Sinne für die DDR gelebt, gearbeitet und gekämpft haben und zu unrecht um die gerechte Anerkennung ihrer Leistungen gebracht wurden, den verdienten, würdigen Platz in der Geschichte zurückzugeben.
 
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